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Wann beginnt das Jahr

Interpretation des Jahresstarts

Wann beginnt das Jahr

Interpretation des Jahresstarts

Profis,  die gleich wissen wollen, warum die meisten Jahresanalysen des Bazi Suanming in Deutschland/Europa nicht verwendet werden sollen, können die Einführung überspringen: Die 4-Säulen-Astrologie im Detail


Die Sache mit dem Neujahr ist gar nicht so einfach!
Und das sage ich ganz bewusst – selbst nach vielen Jahrzehnten Erfahrung.

Jedes Jahr taucht sie wieder auf, diese scheinbar einfache Frage: Wann beginnt das neue Jahr eigentlich wirklich?

Man könnte meinen, das sei längst geklärt. Und doch beschäftigt sie immer wieder – nicht nur Neulinge, sondern auch „alte Hasen“.

Am einfachsten ist es für uns hier im Westen. Wir orientieren uns am 1. Januar, dem Jahresbeginn nach dem gregorianischen Kalender, der seit 1582 gilt. Dieses Datum ist klar, fix und international weitgehend anerkannt. Wir feiern es gemeinsam, Jahr für Jahr, immer am selben Tag. Ordnung, Struktur, ein klarer Schnitt. Für unseren Alltag ist das praktisch – und notwendig.

Doch wenn du genauer hinschaust, merkst du schnell: Neujahr ist kein einzelner Moment.
Es ist ein kulturelles, spirituelles und energetisches Konzept. Und davon gibt es auf dieser Welt viele.

Andere Kulturen feiern den Jahresbeginn nach dem Mond, nach der Sonne, nach Erntezyklen oder religiösen Rhythmen. Manche beginnen im Frühling, andere im Herbst. Manche zählen Tage, andere Gefühle, wieder andere Bewegungen der Natur. All das ist kein Widerspruch – es zeigt nur, wie unterschiedlich Menschen Zeit wahrnehmen.

Und genau hier wird es für Feng Shui spannend.

Denn Feng Shui arbeitet nicht mit einer einzigen Wahrheit, sondern mit Zyklen, Ebenen und Übergängen. Ein Jahreswechsel ist kein Schalter, der umgelegt wird. Er ist ein Prozess. Ein langsames Verschieben der Energie. Ein Neuordnen – innen wie außen.

In den Kulturen gibt es unzählige Neujahrfeiern: https://de.wikipedia.org/wiki/Neujahr

Was uns im Feng-Shui am stärksten interessiert, ist
… was machen die Chinesen und warum?

Sie können den Jahresbeginn gleich mehrfach erleben – weil sie Zeit nicht nur zählen, sondern unterscheiden. In China gibt es nicht den einen Startpunkt, sondern mehrere Ebenen, die jeweils eine andere Qualität tragen.

Der erste ist bereits am 21. oder 22. Dezember zur Wintersonnenwende, energetisch gekennzeichnet durch das tiefste Yin und dem Start des Yangs. Gefeiert wird dieser Moment meist nicht laut oder öffentlich, und doch spielt er eine wichtige Rolle. Es ist der stille Wendepunkt: Die längste Nacht ist erreicht, das Licht kehrt langsam zurück. Im Feng Shui ist das ein innerer Jahresstart – leise, sammelnd, vorbereitend.

Dann folgt der 1. Januar, der Beginn des neuen Jahres nach dem gregorianischen Kalender. Dieses Datum hat sich weltweit etabliert und wird heute auch in China begangen. Es ist der gesellschaftliche Neustart, klar definiert, strukturiert, verbindlich. Für unseren Alltag ist er wichtig – doch energetisch ist er nur eine von mehreren Ebenen.

Wirklich lebendig wird es mit dem Mondkalender.
Er richtet sich nach dem Rhythmus des Mondes und ist traditionell der Kalender des Volkes – der Feste, der Familien, der Emotionen. Das chinesische Neujahr wird am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende gefeiert und ist einer der bedeutendsten Feiertage des Jahres.

Der Mondkalender für das Volk und das Fest!
Das Neujahrsfest wird immer am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende gefeiert. In China übrigens ein sehr großer Feiertag!
Und mit unterschiedlichen Terminen:  2024 am 10. Februar / 2025 am 29. Januar / 2026 am 17. Februar / 2027 am 6. Februar …

Dieses Fest ist kein einzelner Tag, sondern eine ganze Zeitspanne. Über mehrere Tage oft sogar Wochen, reisen Millionen Menschen zurück zu ihren Wurzeln, ins Elternhaus, zur Familie. Es geht um Herkunft, Verbindung, Erinnerung und Neubeginn. Aus genau diesem Grund ist diese Zeit für Reisen denkbar ungeeignet: Verkehrsmittel, Bahnhöfe und Straßen sind überfüllt. China ist dann unterwegs zu sich selbst.

Und schließlich gibt es noch den Sonnenkalender.
Er spielt im Feng Shui eine ganz eigene Rolle vor allem dann, wenn es um langfristige energetische Zyklen, klare Zuordnungen und strategische Betrachtungen geht.

  • Vier Jahresanfänge also.
  • Vier Perspektiven auf Zeit.
  • Vier Möglichkeiten, innezuhalten und sich neu auszurichten.


Das ist keine Verwirrung – das ist Weisheit. Denn nicht jeder Neubeginn braucht dasselbe Tempo. Manche starten im Stillen, andere im Fest. Und wieder andere erst dann, wenn die innere Zeit wirklich reif ist. Feng Shui folgt nicht dem schnellsten Moment, sondern dem stimmigen.

Gerade für uns Profis ist der Sonnenkalender von besonderer Bedeutung. Er bildet die Grundlage für viele Berechnungen und präzise Zuordnungen. Der Beginn des jeweiligen Tierkreiszeichens – in der chinesischen Astrologie dem Jahr zugeordnet – liegt zwischen dem 3. und 5. Februar. Dieser Start richtet sich nicht nach dem Mond, sondern nach dem Lauf der Sonne.

Das jeweilige Tierzeichen, in Fachkreisen als Erdzweig bezeichnet, und das zugehörige Jahres-Element beschreiben die übergeordnete Qualität der Zeit. Sie geben Hinweise darauf, welche Themen Menschen kollektiv begleiten, welche Kräfte sich entfalten und wo Reibung oder Wachstum entstehen kann.

Wer tiefer eintauchen möchte, findet diese Zusammenhänge ausführlich in meiner Jahresvorschau – dort werden die Qualitäten der Zeit nicht nur benannt, sondern in ihren Auswirkungen verständlich und praxisnah eingeordnet.

Zeit ist im Feng Shui kein starres Konzept.
Sie ist ein Raum, in dem Entwicklung möglich wird – wenn man lernt, ihn zu lesen.

Die 4-Säulen-Astrologie

In der 4-Säulen-Astrologie spielt der Frühlingsanfang eine zentrale Rolle. Er markiert den Zeitpunkt, an dem die Sonne in den 315° Grad des tropischen Tierkreises erreicht. Dieser Moment basiert auf klaren astronomischen Gegebenheiten – dem Zusammenspiel von Sonne, Erde und Himmelsäquator – und ist damit präzise messbar.

In vielen Analysen und Horoskopen wird dieser Frühlingsbeginn jedoch pauschal nach der chinesischen Standardzeit angegeben und verwendet. Das ist grundsätzlich nachvollziehbar – und auch korrekt. Aber nur dann, wenn sich die Auswertung tatsächlich auf die Zeitzone bezieht, in der China liegt.

Und genau hier liegt der feine, aber wichtige Unterschied, der in der Praxis oft übersehen wird:

Wir leben nicht in China / Asien.
Wir leben in Deutschland – oder allgemein gesagt: in Europa.

Warum ist das relevant?
Weil Zeit im Bazi keine abstrakte Größe ist, sondern eine energetisch wirksame. Wenn für Jahresanalysen einfach China als Referenzstandort verwendet wird, verändert sich die Stundenenergie erheblich – und damit auch die Aussage der Analyse.

Ein einfaches Beispiel:
Wenn in China der Frühlingsbeginn eintritt, ist dort bereits Tag. Die Sonne ist aufgegangen, das Qi bewegt sich sichtbar nach außen. Zur gleichen Zeit herrscht in Deutschland noch tiefe Nacht. Es ist dunkel, ruhig, das Yin dominiert. Zwischen beiden Orten liegen rund sieben Stunden Zeitunterschied, je nach Region.

Das ergibt eine klare Verschiebung:

  • Universelle Weltzeit (UTC): ±0
  • Mitteleuropäische Zeit (MEZ): +1
  • Chinesische Standardzeit (CST): +8



Erstelle ich eine Jahresanalyse für Deutschland, ist es also wenig sinnvoll, die energetischen Gegebenheiten Chinas zu übernehmen. Entscheidend ist, welche Energie in der jeweiligen Region tatsächlich wirkt – und das richtet sich nach der lokalen Zeitzone.

Für Deutschland betrifft diese Verschiebung in den meisten Fällen „nur“ die Stundesäule. Doch je weiter man geografisch schaut, etwa nach Amerika, kann durchaus auch die Tagessäule betroffen sein und sich verändern. Die Auswirkungen sind dann deutlich spürbar.

Was bedeutet dies in der Praxis?

Jahresanalysen, die sich strikt an der chinesischen Standardzeit orientieren, sind für China korrekt. Für andere Zeitzonen sollten sie jedoch nicht ungeprüft übernommen, sondern unbedingt angepasst und entsprechend interpretiert werden.

Wenn du mit einem Bazi-Rechner ein 4-Säulen-Chart erstellst, achte deshalb immer darauf, für welche Zeitzone dieser rechnet.

Denn nur so entsteht eine Analyse, die wirklich zur gelebten Realität passt.

Hier geht´s zum Astro-Rechner

Möchtest du mit einem Bazi-Rechner ein 4-Säulen-Chart erstellen, dann achte auf die Zeitzone für die dieses genutzt werden soll.

ICH achte darauf! 🙂
Hier kannst du meine ausführliche Jahresvorschau bestellen!