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Menhir von Saint-Uzec - Bretagne

Menhir von Saint-Uzec und seine Geschichte

Menhir von Saint-Uzec - Bretagne

Menhir von Saint-Uzec und seine Geschichte

Heute Morgen waren wir beim Menhir von Saint-Uzec in der Bretagne (Frankreich). Ein besonderer Stein wie auch der Ort darum.

Gestern Abend war ich bereits hier. Zu viele Besucher. Zu viel Bewegung. Mir war schnell klar, dass ich diesen Ort noch einmal in der Ruhe des Morgens erleben möchte.

Dieser Menhir hat eine sternförmige Aura / Ausstrahlung. Es scheinen sich Energielinien in verschiedene Richtungen auszubreiten. Es fühlt sich an, als wäre der Stein Teil eines größeren Netzes, das mehrere besondere Plätze dieser Landschaft miteinander verbindet.

Es ist meine persönliche Wahrnehmung dieses Ortes. Genau deshalb besuche ich solche Plätze. Nicht nur, um ihre Geschichte kennenzulernen, sondern um mich auf sie einzulassen und wahrzunehmen, was sie heute noch erzählen. Manchmal entsteht dabei gar nichts. Manchmal überraschen mich Eindrücke, die ich so nicht erwartet hätte. Genau das macht diese Besuche für mich so spannend.

In meiner Wahrnehmung liegt die Energie des Menhirs zur Zeit vor seiner Christianisierung bei etwa 13.000 Bovis. Die heutige Qualität nach der späteren Christianisierung empfinde ich bei rund 9.000 Bovis. Das unmittelbare Umfeld bewegt sich bei etwa 7.000 Bovis.

Für mich zeigt sich hier sehr schön, dass Orte ihre Geschichte bewahren können und verschiedene Zeitschichten gleichzeitig wahrnehmbar bleiben. Je bewusster wir unsere Wahrnehmung schulen, desto leichter werden solche Unterschiede erkennbar.

Menhir von Saint-Uzec - Bretagne

Der fast sechs Meter hohe Menhir wurde vor rund 4.500 Jahren errichtet. Im späten 17. Jahrhundert erhielt er ein großes Kreuz sowie die Werkzeuge der Passion Christi. Aus einem vorgeschichtlichen Kultplatz wurde ein christlicher Andachtsort. Sogar ein Weihwasserbecken wurde vor den Stein gesetzt. Was wollte man damit wohl erreichen? 😊

Mich beschäftigt dabei weniger die Frage, welche Religion recht hat. Viel spannender finde ich, dass Menschen diesen Ort seit Jahrtausenden aufsuchen. Zum Beten. Zum Hoffen. Um Antworten zu finden. Oder einfach, um wahrzunehmen, was dieser Platz mit ihnen macht.

Besonders berührt hat mich ein alter Brauch: Konnten Kinder noch nicht laufen, umrundeten ihre Mütter den Menhir an drei aufeinanderfolgenden Freitagen jeweils dreimal. Hinter solchen Überlieferungen verbirgt sich für mich oft mehr als nur eine Tradition. Sie erzählen von Erfahrungen, Hoffnungen und dem tiefen Vertrauen, dass besondere Orte den Menschen seit jeher Kraft schenken können.

Menhir von Saint-Uzec - Bretagne

Auch die Rückseite des Menhirs erzählt ihre eigenen Geschichten. Die tiefen Längsfurchen werden heute christlich als Spuren des Blutes Christi gedeutet. Eine deutlich ältere bretonische Überlieferung sieht darin dagegen die Fingerabdrücke einer Riesin, die den gewaltigen Stein hierher getragen haben soll.

Während ich vor dem Menhir stand, kam mir noch ein anderer Gedanke. Könnten die Furchen nicht auch langes Haar symbolisieren? Vielleicht stellte der Menhir ursprünglich eine weibliche Gestalt dar. Eine Erdgöttin oder Muttergottheit. Das würde auch zu dem alten Brauch passen, dass Mütter mit ihren Kindern den Stein umrundeten. Vielleicht war dieser Ort einst ein Platz des Dankes für Fruchtbarkeit, des Segens oder des Schutzes.

Welche Geschichte stimmt?

Vielleicht keine.

Vielleicht enthält jede von ihnen einen Teil der Wahrheit. Jede Zeit erzählt ihre eigene Geschichte. Und vielleicht bewahrt dieser Stein sie alle.

Ich habe diesen Ort heute mit dem Gefühl verlassen, dass hier weit mehr erhalten geblieben ist als nur ein großer Stein. Manche Plätze erzählen ihre Geschichte nicht mit Worten. Sie erzählen sie durch die Spuren vergangener Zeiten, die noch immer wahrnehmbar sind, wenn wir uns Zeit nehmen und uns offen auf den Ort einlassen.