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Deister Alte Taufe

Magischer Waldmoment im Deister

Deister Alte Taufe

Magischer Waldmoment im Deister

Begegnung an der Alten Taufe

Sommer, Urlaub und dieses ganz besondere Bedürfnis, einfach draußen zu sein.

Raus aus dem Alltag… rein in den Wald. Einfach losgehen, Schritt für Schritt.

So packen wir unseren Rucksack – ein paar belegte Brote, Wasserflaschen und dieses stille Gefühl, dass heute ein besonderer Ort auf uns wartet. Der Weg führt uns in den Deister, einem waldreichen Höhenzug, ca. 30 km südwestlich von Hannover im Landkreis Schaumburg.

Was als kleine Wanderung beginnt, wird zu einer tiefen Erfahrung.

Der Einstieg ist noch ganz gewöhnlich – breite Wege, sanfte Steigungen, feste Schritte.

Am Wegesrand ausgestellt ist ein Zeuge der Eiszeit: Der Schweden-Findling
Ein Sandstein, 100 kg schwer, wurde  500 km von Schweden bis hierher transportiert und zeugt von der Bedeckung des Höhenzugs mit Gletschereis.

Dann – nach und nach – verändert sich etwas. Nicht im Gelände, sondern in mir. Der Wald wird dichter, das Licht weicher, die Geräusche klarer. Es ist, als würde sich ein Schleier heben und meine Sinne schalten auf Empfang.

Ich weiß es sofort … hier ist ein anderer Ort.

Später erfahre ich, dass dieses Stück Wald „Teufelskammer“ genannt wird. Ein Name, der düster klingt.

Doch ich spüre eher Tiefe, Präsenz, eine stille Wucht. Die Bäume werden größer, kräftiger, irgendwie aufgerichteter.

Zwischen ihnen liegen Gesteinsbrocken, als hätte jemand sie gezielt dort platziert.

Wie eine Landschaft, die mit Absicht geformt wurde.

Unsere Wanderung führt uns am Nordmannsturm vorbei, wir halten kurz inne, gehen dann weiter.

Nach einer Weile erreichen wir eine Schutzhütte.

Daneben zweigt ein schmaler Pfad ab … und plötzlich verändert sich alles.

Ich gehe langsamer. Der Boden wird unregelmäßiger, meine Aufmerksamkeit steigt. Und dann stehe ich plötzlich vor ihnen – den Eiben.

Mehrere dieser Bäume stehen dort wie Wächter am Waldrand … kraftvoll, dunkel, würdevoll. Sie umgeben etwas, das man vom Weg aus kaum erkennt. Fast wie ein Geheimnis, das sie bewahren.

Ich trete näher… und bekomme eine wollige Gänsehaut. Nicht aus Angst, sondern aus tiefem Spüren.

Vor uns liegt sie – die Alte Taufe. Ein riesiger, quaderförmiger Stein, dessen Oberfläche zu einer Art Schale geformt wurde. In der Mulde steht Wasser … still, klar, spiegelnd. Der Himmel, die Baumkronen, alles scheint darin Platz zu finden. Ich kann kaum wegsehen.

Ich habe unterwegs Blüten gesammelt, ein paar Blätter und Gräser, ganz achtsam. Und jetzt lege ich sie auf den Stein, rund um das Becken, wie ein Mosaik… wie ein Kranz. Es fühlt sich richtig an.

Der Ort ist still, kraftvoll, wach. Ich spüre Elementarwesen, Naturgeister, eine Präsenz, die einlädt, aber auch Achtung verlangt. Kein Ort für Spektakel. Eher ein Platz, der sagt: Wenn du offen bist, darfst du hören.

Die Energie ist hoch – besonders an der Nordseite, an der ich  rund 18.000 Bovis messe,  während der südliche Teil etwas milder schwingt.

Ich nehme sie deutlich wahr, fein vibrierend, durchdringend. Es ist wie ein Gespräch ohne Worte … tief, sanft, ganz klar.

Später lese ich von alten Sagen, von dunklen Geschichten und Blutlegenden. Doch für mich hat sich das ganz anders gezeigt. Nicht düster, sondern voller Würde. Nicht schwer, sondern mystisch … geerdet.

Als wir wieder weitergehen, fällt mir auf, wie hell der Wald plötzlich wirkt. Als hätte der Ort ein Tor geöffnet – und dann wieder sanft geschlossen.

Zurück am Ausgangspunkt bin ich erfüllt … voller Bilder, Empfindungen, innerer Ruhe. Diese Wanderung war kein Ausflug. Es war ein Erleben.

Vielleicht führt dich dein Weg ja auch einmal dorthin … zur Alten Taufe im Deister.

Vielleicht zeigt sich dieser Kraftort dir ganz anders. Vielleicht auch ganz ähnlich.

So oder so: Es ist ein Kraftplatz, der Spuren hinterlässt.